Kinderlähmung (Poliomyelitis)



Die Kinderlähmung (medizinisch "Poliomyelitis" oder "Polio") ist eine durch Viren übertragene Infektionskrankheit. Das Polio-Virus ist hochansteckend, daher tritt die Erkrankung meist bereits im Kindesalter auf. Die Übertragung des Virus geschieht durch eine Schmierinfektion, insbesondere von Hand zu Mund. Schlechte hygienische Zustände begünstigen die Ausbreitung der Erkrankung. Die Viren befallen bevorzugt Nervenzellen, die die Bewegung kontrollieren.

Symptome

95 Prozent der Infektionen verlaufen unbemerkt. Treten Symptome auf, verläuft die Krankheit in zwei aufeinanderfolgenden Phasen: Etwa ein bis zwei Wochen nach der Ansteckung beginnt die erste Phase mit unspezifischen grippeartigen Symptomen und Rachenbeschwerden. Gleichzeitig kommt es zu einer Vermehrung der Viren. In dem darauf folgenden fieberfreien Intervall befallen die Erreger das Nervensystem und lösen damit die zweite Krankheitsphase aus, in der eine Hirnhautentzündung oder Muskellähmungen (vor allem der Beine) auftreten können. Eine ursächliche Behandlung der Kinderlähmung ist nicht bekannt, die Krankheit kann aber durch eine Schutzimpfung vermieden werden.

Impfung

Seit Einführung der Schluckimpfung 1962 tritt die Kinderlähmung in Europa nur noch sehr selten auf. Entsprechend den Impfempfehlungen sollte mit der Impfung im zweiten Lebensmonat begonnen werden. Eine Auffrischimpfung ist im Alter von 9 bis 17 Jahren erforderlich. Die Ständige Impfkommission empfiehlt heute allerdings nur noch die IPV-Impfung (IPV = Inaktivierte Polio-Vakzine) per Injektion.
Autoren und Quellen
Weiterführende Themen