Diabetes und Infektionen
Bei Diabetikern ist das Immunsystem geschwächt - deshalb erkranken sie häufiger an Infektionen und Entzündungen.
Diabetiker bekommen schneller Schnupfen und Grippe
Vor allem bei schlechter Blutzuckereinstellung erkranken Diabetiker leichter an Erkältungen. Lassen Sie sich deshalb gegen Grippe impfen. Daneben können Sie Ihre Infektabwehr z.B. durch reichlich vitaminreiches Obst und Gemüse, regelmäßige Saunabesuche und ausreichend Schlaf stärken.
Wunden heilen bei Diabetikern schlechter
Auch die Wundheilung ist bei Diabetikern gestört: Wunden heilen deutlich langsamer ab und es kommt leichter zu chronischen Wunden. Daher sollten Sie als Diabetiker besonders auf Infektionen und Wunden achten und diese fachgerecht behandeln (lassen). Chronische Wunden sollten von einem Diabetes-Spezialisten behandelt werden. Und auch wenn der Gedanke zunächst abstoßend wirkt: Sehr gute Erfolge bei nicht heilenden Wunden werden z.B. durch die Behandlung mit sterilen Fliegenmaden erzielt.
Zahnfleischentzündung sind häufiger
Diabetes ist, neben Rauchen, der Hauptrisikofaktor für Zahnfleischentzündungen (Parodontitis), vor allem bei schlechter Blutzuckereinstellung. Durch die diabetische
Angiopathie, eine gestörte Funktion der Blutgefäße, wird das Zahnfleisch schlechter mit Sauerstoff versorgt und durch das geschwächte Immunsystem sind Infektionen und Entzündungen häufiger. Zusätzlich wirkt eine Zahnfleischentzündung auf den Blutzucker. Bei einer schweren Parodontitis nimmt die Insulinempfindlichkeit ab und es kommt zusätzlich häufiger zu Herzinfarkten oder Nierenschäden. Achten Sie aus diesem Grund auf eine gute Zahnpflege, besonders wenn Sie rauchen, und nehmen Sie auch die Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt regelmäßig wahr.
Fußpilz kann dem diabetischen Fuß vorausgehen
Für Diabetiker stellt
Fußpilz eine besondere Gefahr dar: Wird er nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann er bakteriellen Infektionen oder Wunden den Weg bereiten und es kann zum gefürchteten
diabetischen Fuß kommen. Da Sie als Diabetiker besonders anfällig für Pilzerkrankungen sind, sollten Sie regelmäßig und gründlich Ihre Füße und die Zehenzwischenräume untersuchen. Sollten Sie eine Infektion bei sich bemerken, beginnen Sie direkt die Behandlung mit so genannten Antimykotika aus der Apotheke. Bei ausgedehnten oder länger anhaltenden Infektionen sollten Sie unbedingt den Arzt aufsuchen.
Harnwegsinfekte sind bei Diabetikerinnen häufiger
Diabetikerinnen sind etwa 1,8mal öfter von
Harnwegsinfekten betroffen als Nicht-Diabetikerinnen. Die Häufigkeit von Harnwegsinfekten scheint mit der Dauer der Diabeteserkrankung zuzunehmen. Bei hohen Blutzuckerwerten geht auch Zucker in den Urin über, der das Wachstum von Bakterien begünstigt. Sie können einer Harnwegsinfektion vorbeugen, indem Sie hohe Blutzuckerspiegel senken, ausreichend trinken (mind. 2 Liter pro Tag), regelmäßig die Blase entleeren (v.a. nach dem Geschlechtsverkehr oder einem Schwimmbadbesuch) und eine sorgfältige Intimhygiene betreiben.
Autoren und Quellen
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Autor/in: Vitanet GmbH
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Quellen: Grippeschutzimpfung, Deutsches Diabetes-Zentrum, 17.01.2001
- Höheres Risiko für Schnupfen, Neue Apotheken Illustrierte, Februar 2006
- Biochirurgie - Eine neue Möglichkeit der Wundversorgung für Diabetiker? Deutsches Diabetes-Zentrum, 13.04.2000
- Diabetes - Folgekrankheit Parodontitis, Pharmazeutische Zeitung, 28.06.2006
- Die Welt steht auf Milliarden pilzkranker Füße, Deutsche Apotheker Zeigung, 30.05.2003
- Frauen mit Diabetes leiden häufiger unter Harnwegsinfekten, Deutsches Diabetes-Zentrum, 24.06.2005
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Erstellungsdatum: 12.06.2006
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