Weidenrinde - Salix species
Im Überblick
Die Gattung der Weiden setzt sich aus den unterschiedlichen Arten zusammen. Die Wuchsform umfasst große Bäume (z.B. die Silberweide S. alba) bis hin zu kleinen Sträuchern. Größe und Blattform variieren auch durch äußere Einflüsse wie z.B. den Standort. Das macht eine Einteilung schwierig. Allen Weiden gemein ist, dass sie wegen des hohen Wasserbedarfs bevorzugt auf feuchtem Grund wachsen. Sie sind zweihäusig und ihre weiblichen und männlichen Blüten erscheinen als sog. "Weidenkätzchen" im Frühjahr vor oder mit dem Austreiben der Blätter.
Medizinisch verwendet wird die im Frühjahr gesammelte Rinde meist junger Zweige. Der Wirkstoffgehalt kann je nach verwendeter Weidenart stark schwanken. Verwendet werden u.a. die Purpurweide (S. purpurea), die Reifweide (S. daphnoides) und die Bruchweide (S. fragilis). Aus dem Inhaltsstoff der Weidenrinde wurde schon vor gut 100 Jahren der allgemein bekannte Wirkstoff Acetylsalicylsäure (Aspirin) entwickelt.
Deutscher Name: Weide
Botanischer Name: Salix species
Familie: Weidengewächse (Salicaceae)
Herkunft: Asien und Europa
Anwendungsgebiete
- Fieber
- Schmerzen bei degenerativen Gelenkerkrankungen (Arthrose)
- rheumatische Beschwerden
- chronische Rückenschmerzen
- Kopfschmerzen
Dosierung und Anwendung
Tee:Etwa 1g fein geschnittene oder grob gepulverte getrocknete Weidenrinde wird mit 150ml Wasser kalt angesetzt, kurz zum Kochen gebracht und nach 5 Minuten abgeseiht. Man sollte 3- bis 5-mal täglich eine Tasse Tee trinken.
Extrakt: Tagesdosis Salicin je nach Schmerzstärke 60mg bis 120mg.
Wirkungen
Die in der Weidenrinde enthaltenen
Phenolglykoside (Salicin, Salicortin und Tremulacin) und
Flavonoide wirken schmerzstillend, entzündungshemmend, fiebersenkend und aufgrund des hohen Gerbstoffgehaltes adstringierend (zusammenziehend). Früher bezeichnete man die Weidenrinde als "Europäische Fieberrinde".
Ein wirksamer Bestandteil ist das
Salicin, das im Körper wie auch die Acetylsalicylsäure zu Salicylsäure umgewandelt wird und entzündungshemmend und schmerzstillend wirkt. Da die Umwandlung des Salicins langsam verläuft, setzt die Wirkung erst spät ein, hält aber dafür länger an.
Neuere Untersuchungen legen nahe, dass die schmerzhemmende Wirkung nicht alleine auf dem Gehalt an Salicin beruht, sondern man vermutet, dass auch andere Inhaltstoffe an der Gesamtwirkung beteiligt sind. Damit gewinnt die Art der Zubereitung an Bedeutung, und verschiedene Fertigarzneimittel sowie die Teezubereitung können sich in ihrer Wirksamkeit unterscheiden, obwohl der Gehalt an Salicin gleich ist.
Hinweis
Nicht anwenden bei Kindern unter 12 Jahren!
Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden!
Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Salicylaten sowie bei Asthma oder Neigung zu Allergien!
Bei anhaltenden oder immer wiederkehrenden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden!
Aufgrund des Gerbstoffgehaltes können Zubereitungen aus Weidenrinde die Wirkung anderer Medikamente beeinträchtigen. Es empfiehlt sich daher eine Rücksprache mit ihrem Arzt oder ihrer Apotheke.