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Vorzeitiger Blasensprung in der Schwangerschaft



Schon in der vierten Schwangerschaftswoche wird der Embryo rundum von Fruchtwasser umgeben. Das verhindert einerseits, dass er mit der Fruchtblase verwächst, andererseits schützt es das Kind von Anfang an vor Stößen. Normalerweise reißen die Eihäute der Fruchtblase erst während der Geburt. Kommt es vor der Zeit zum Blasensprung und zum Austreten von Fruchtwasser, ist das immer ein Notfall, der versorgt werden muss.

Ursachen und Risikofaktoren eines vorzeitigen Blasensprungs

Die häufigste Ursache ist eine Scheideninfektion: Keime wandern in die Gebärmutter und führen dazu, dass die Eihäute leichter einreißen. Auch vermehrte Fruchtwasserbildung, eine Mehrlingsschwangerschaft oder Anomalien in der kindlichen Entwicklung kommen als Auslöser in Frage.

Symptome eines vorzeitigen Blasensprungs in der Schwangerschaft

Beim vorzeitigen Blasensprung geht das rosafarbene Fruchtwasser im Schwall oder tröpfchenweise ab – je nachdem, wie das Baby liegt und wie groß der Riss ist. Frauen, die schon einmal entbunden haben, kennen den süßlichen Geruch nach frischem Brot, der typisch für Fruchtwasser ist.

Beim kleinsten Verdacht, dass Fruchtwasser abgeht, sollte eine Schwangere sofort Kontakt mit ihrem Arzt aufnehmen: Es besteht die Gefahr, dass Krankheitskeime durch den Riss in der Fruchtblase zum Kind gelangen oder dass durch den vorzeitigen Blasensprung Wehen ausgelöst werden.

Behandlung eines vorzeitigen Blasensprungs in unterschiedlichen Stadien der Schwangerschaft

Entscheidend für die Therapie ist der Zeitpunkt in der Schwangerschaft, an dem es zum Blasensprung gekommen ist:
  • Ab der 37. Woche:
    Bei einem Blasensprung etwa drei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin steht die Geburt kurz bevor. Wenn die Wehen ausbleiben, muss dafür gesorgt werden, dass trotzdem innerhalb der nächsten 24 Stunden entbunden werden kann. Denn ohne den Schutz einer unversehrten Fruchtblase können Krankheitskeime ungehindert zum Kind vordringen.
  • Zwischen 33. und Ende der 36. Woche:
    Zu diesem Zeitpunkt ist das Ungeborene noch nicht ganz ausgereift und seine Lungen sind noch nicht voll funktionsfähig. Deswegen versucht man in der Klinik, die Geburt so lange wie möglich hinauszuzögern. Wichtig ist nun strenge Bettruhe und es kann ein Wehen hemmendes Medikament gegeben werden.
  • Zwischen 26. und Ende der 32. Woche:
    Zu einem so frühen Zeitpunkt ist das Ungeborene diversen Gefahren ausgesetzt, wenn es zu einem vorzeitigen Blasensprung kommt: Einerseits droht die Frühgeburt des Kindes, andererseits kann das Kind durch einen Nabelschnurvorfall ums Leben kommen. Eine Infektion muss vermieden werden, um Schaden für Mutter und Kind abzuwenden. Die werdende Mutter muss in der Klinik rund um die Uhr bewacht werden und bekommt eventuell Antibiotika und Wehen hemmende Mittel.
  • Vor der 26. Woche:
    Bei einem so frühen Blasensprung sind die Überlebensaussichten des Ungeborenen nicht sehr gut. So lange aber weder eine Infektion noch Wehen auftreten, besteht die Hoffnung, dass die Mutter das Kind halten kann. Sie verbleibt in der Klinik und wird ständig überwacht. Dabei bemühen sich die Ärzte vor allem darum, einer Infektion vorzubeugen und überprüfen regelmäßig, ob genügend Fruchtwasser nachgebildet wird und das Herz des Ungeborenen schlägt.

Vorbeugung eines vorzeitigen Blasensprungs

Inwieweit man einem vorzeitigen Blasensprung vorbeugen kann, ist nicht ganz geklärt. Bei bekannten Risikofaktoren wird die Schwangere genauer überwacht. Ein konsequenter Verzicht auf Alkohol und Nikotin trägt in jedem Fall sehr viel dazu bei, dass sich die Schwangerschaft festigen kann und ohne Probleme verläuft.

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